
Die Weite des Ozeans ist für den Menschen unfassbar. Wir sehen keine Grenzen am Horizont, das Meer spiegelt unsere Seele, die unermessliche Ferne, die Unendlichkeit.
Doch das Eigentliche, das den Ozean so in den Bann zieht, ist seine schier unendliche Tiefe.
So sehr unser Blick in die Ferne über das Meer bis zum Horizont schweift, so sehr ahnen wir in dieser unfassbaren Tiefe alles Unbewusste. Es gibt Stellen im Meer, da ist dieses unergründliche Schwarz bedrohlich und beängstigend. Und in der Tiefe: ein Universum, größer als alle Landflächen der Kontinente.
Dorther stammen wir Menschen, wir Tiere. Wir alle, die auf der Erde gehen oder über ihr fliegen, kommen aus dieser schier unendlichen Masse.
Und eine brennende Sehnsucht treibt uns ans Meer: hinzuschauen, zu beobachten, uns verführen zu lassen von der Weite, vom Fernen, vom Unbekannten – von dem, was jenseits dessen liegt, was wir kennen und wissen. Befreit werden von unseren Vorstellungen, getragen von unseren Träumen und von dem, was sein könnte.
Und doch ist das Meer in seiner Gewalt erschreckend. Wir spüren die Ohnmacht angesichts dieser Kraft. Nichts kann sich der Gewalt der Wellen entgegenstellen, nichts kann sie aufhalten oder berühren – außer der Temperatur, der Kälte an den Polen. Erstarrt diese Masse zu bizarren Eislandschaften, können wir sie betreten, über sie schreiten. Doch auch diese, in ihrer strahlenden Schönheit, sind für den Menschen bedrohlich.
Gerade dort, ganz im Norden oder Süden, wo die Weite zu Eis gefroren ist, bringt die Luft über dem Meer die bizarrsten und leuchtendsten Farben hervor. Licht regnet in Form von Farben. Das Polarlicht trifft uns mitten ins Herz, und nur Staunen ist die Antwort, zu der der Mensch fähig ist, wenn er dem Geschwisterpaar Aurora Australis oder Aurora Borealis begegnet.
Für die meisten Menschen ist der Ozean weit weg. Viele vergessen ihn – oder verdrängen seine gegenwärtige Situation.
Doch wir wissen: Die Meere sterben. Wir wissen um das Grauen, das dort geschieht – dass in jedem Augenblick Millionen von Tieren an dem Müll ersticken, der sich in den Ozeanen ausbreitet. Wir wissen auch, dass dieses Grauen in unsere Nahrung gelangt, schließlich in unsere Körper, in unser Gehirn, in unser Bewusstsein. Und unser Bewusstsein wirkt oft wie gelähmt.
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Wir wollen an eine Zukunft glauben. Wir träumen, hoffen, strengen uns an. Doch die Ohnmacht, aus diesem Kreislauf der Konsumüberflutung auszutreten und dennoch im persönlichen Alltag zu bestehen, ist lähmend.
Und doch können wir etwas tun. Jeder kleine Schritt zählt. Jede und jeder hat Macht. Wir können nicht die ganze Welt retten – aber wir können mit unserem Verhalten im Alltag, selbst in winzigsten Schritten, Veränderung bewirken. Wenn wir zusammenhalten, dann ist der Ozean unsere Zukunft.
Meine dritte Symphonie ist dem Ozean gewidmet.
Das Konzept
Ich habe die Musik zu OZEAN in verschiedensten Fassungen und Teilen geschrieben. Dabei ließ ich mich nicht nur vom Meer inspirieren – ich möchte ihm mit dieser Musik auch etwas zurückgeben.
Dem achten Kontinent: dem Ozean.
Die Musik erscheint bei WISE Music (Veröffentlichung: Frühling 2026) und wird anschließend weltweit im Handel erhältlich sein.
Bei Aufführungen dieser Werke spende ich 10 % meiner Tantiemen an eine Organisation, die sich aktiv für die Reinigung der Meere einsetzt: Project One Wave (GB).
Mein Dank geht an das österr. Bundesministerium, der Stadt Wien, dem Land Niederösterreich und dem SKE Fond die mich im Erschaffen dieses Werkes finanziell unterstützt haben.




Das Team:
Johanna Doderer | Komposition, Idee, Konzept
Josipa Bainac | Mezzosopran
Konstantin Manaev | Cello
Julia Smirnova | Violine
Sebastian Kubelka | Kamera
Imogena Doderer | Regie
Eva Aderyn | Produktionsleitung

©Maria Frodl
Johanna Doderer
Die Musik von Johanna Doderer behauptet sich in den großen Musikhäusern der Welt neben klassischem und zeitgenössischem Repertoire und längst wird die Musik Doderers von international erfolgreichen Künstlern weltweit geliebt und begeistert interpretiert. Der Schwerpunkt ihres Schaffens liegt in der Oper, sie arbeitete u.a. für die Wiener Staatsoper, die Oper in Erfurt, das Staatstheater am Gärtnerplatz in München und das Theater an der Wien. Zuletzt entstanden Beiträge für eine Opernperformance von Florentina Holzinger (Schwerin/D, Wiener Festwochen / Oper Stuttgart / Berlin 2024). Neben zahlreichen Werken für Kammermusik hat Johanna Doderer mehrere Stücke für großes Orchester und eine Reihe von Instrumentalkonzerten geschrieben. Derzeit komponiert sie neben anderen Auftragsarbeiten eine weitere Oper für das Staatstheater am Gärtnerplatz mit Text von Peter Turrini.

©Anna Tena
Julia Smirnova
Julia Smirnova, geboren 1997 in Komsomolsk am Amur, ist eine vielfach ausgezeichnete Violinistin. Neben ihren solistischen und kammermusikalischen Auftritten spielte Julia Smirnova 2019/2020 im Orchester MusicAeterna unter der Leitung von Teodor Currentzis. Seit 2022 ist sie Gastmusikerin bei den Berliner Philharmonikern, ab September 2025 hat sie eine feste Stelle bei den Münchner Philharmonikern. 2022 veröffentlicht sie gemeinsam mit dem Cellisten Konstantin Manaev ihr Debüt-Album „The Songs of our Neighbours“, u.a. mit Ersteinspielungen von Aziza Sadikova und Johanna Doderer. Das Duo legt neben den klassischen Werken einen Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik, „die die Gefühle des Publikums anspricht“ und nicht nur einem sehr speziellen Publikum zugänglich ist. Julia Smirnova spielt eine Geige von Antonio Gragnani aus dem Jahr 1790.

©Zuzanna_Specjal
Konstantin Manaev
Der Cellist Konstantin Manaev zählt zu den vielseitigsten Instrumentalisten seines Fachs und tritt als Solist regelmäßig in ganz Europa auf. Ein künstlerischer Schwerpunkt von Konstantin Manaev sind Uraufführungen und Ersteinspielungen. Sein Konzertrepertoire umfasst Werke vom frühesten Barock bis in die Moderne. Zeitgenössische Komponisten wie Johanna Doderer, Aziza Sadikova, Gordon Hamilton und Helmut Zapf widmen ihm ihre neuesten Werke. Eingespielt hat er sie u.a. auf dem aktuellen Album „Love Stories“ (2022) mit der Pianistin Danae Dörken sowie auf dem Album „The Songs of our Neighbours“ (2022) mit der Violinistin Julia Smirnova. Seine Einspielung von drei Cellokonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach wurde 2015 für den International Classical Music Award nominiert und von der internationalen Presse hoch gelobt. Er spielt ein Cello von Johannes Theodorus Cuypers aus dem Jahr 1762.

©Shirley Suarez
Josipa Bainac
Born in Croatia, singer Josipa Bainac began her already acclaimed career by winning several national Croatian singing competitions, including the Mirjana Bohanec Singing Prize of the Zagreb Academy of Music.
While still pursuing her Master’s degree in Lied and Oratorio at the mdw – University of Music and Performing Arts Vienna, which she completed with distinction in 2017, she won a number of other awards for her interpretations of the classical vocal repertoire as well as premieres of contemporary music, including the Ada Sari Culture Prize (2017), the Marienkirchen Prize for Oratorio (2016) in Husum, Germany, and the Isolde Langowski Prize for Art Song (2015).
In 2019, Josipa became a multiple prize winner of the 11th International Hilde Zadek Singing Competition, which places special emphasis on contemporary music. This was followed in October 2019 by the Gottlob Frick Medal Award in Ötisheim, Germany.
Josipa performed worldwide in a Lied Duo and with renowned orchestras such as Camerata Hamburg, Heilbronn Symphony Orchestra, Krakow Opera Orchestra and Collegium Musicum Vienna. Her repertoire includes new music, art song, oratorio and mass parts as well as baroque and romantic operas and operettas.
Since 2019 a number of her concert projects take place in cooperation with the Austrian Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs (BMEIA): invited by various cultural forums and embassies, she presented her programs with great success in Riyadh (Saudi Arabia), Jakarta (Indonesia), London (UK), Budapest (Hungary), Sarajevo (Bosnia and Herzegowina), Luxembourg, Montreal (Canada) and New York (USA), among others.
Josipa has been featured in several Austrian documentaries, including „Oscar Strauss – Der Mann ohne Grenzen“ for ORF2, the music documentary series „Kunstviertel“, and has contributed her vocals to various radio broadcasts.
Josipa is also academically active besides art, as a lecturer of singing at the mdw – University of Music and Performing Arts in Vienna and as a manager for artistic and scientific projects of the Exilarte Center of the mdw. She holds a doctorate in voice pedagogy.

Eva Aderyn Theimer
Dr. Eva Aderyn Theimer präsentierte Kunst und Kultur aus Österreich in zahlreichen Museum weltweit wie auch internationale Ausstellungen in österreichischen Museen und Galerien. In Zusammenarbeit mit der Silberkammer in Wien und dem Dom Museum (Otto Mauer Sammlung) entstanden spannende Projekte.Zeitgenössische Kunst war dabei genauso vertreten wie die Präsentation von Sammlungen aus renommierten Museen.
Die Ausstellung “Reflect – contemporary Art of Lower Austria” war unter anderem in Pretoria, Washington, Singapore, Göteborg, Zagreb und Sofia zu sehen.
„700 years of Thailand, Treasures from the Kingdom“, eröffnet von Königin Sirikit persönlich, brachte den größten Besucherstrom in das Museum für Völkerkunde in Wien.
„Treasures from Austria, 130 years of Imperial and Royal Friendship“ im National Museum in Bangkok rückte Österreich in den Fokus einer interessierten Öffentlichkeit. Mehrere thailändische Filme und Fernsehproduktionen wurden nachfolgend in Österreich gedreht. 2022 wurden einige Serien von “Eclipse auf the heart”, eine der beliebtesten Fernsehserien in Thailand am Wolfgangsee gefilmt. Unterstützung der thailändischen Produktionsleitung, Eva Aderyn Theimer.
Zahlreiche weitere Veranstaltungen in Kooperation mit dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und der Stadt Wien sowie Projekte, co-finanziert durch EU Fördergelder, gehen auf die Initiative von Eva Aderyn Theimer zurück unter anderem “Digikids, Kinder und digitale Medien“; “ Internationales Textilfest Waldviertel“; „Treasures from Austria” in Abu Dhabi; “Klimt, Schiele, Kokoschka” im National Museum in Muscat/ Oman und in Moskau; Classic Car Rally in Abu Dhabi.
In Projekten “Klingendes Schloss” sowie “Ozean” arbeitet Eva Aderyn Theimer an der Seite der Komponistin und Indentatin Johanna Doderer.

Sebastian Kubelka
Sebastian Kubelka ist 1996 in Wien geboren. Der Filmemacher und Kameramann widmet sich bereits seit über zehn Jahren dem visuellen Medium Film. Seine Bildsprache orientiert sich nicht an technischer Perfektion, sondern verfolgt stets das Ziel emotionale Welten erlebbar zu machen.
Das Interesse zur Fotografie und zum Film entwickelt sich bereits zu Schulzeiten. Mit Neugier und kreativer Freiheit entstehen erste experimentelle Kurzfilme und Musikvideos. Zwischen 2016 und 2023 absolviert er sein Studium an der Filmakademie Wien unter der Professur von Wolfgang Thaler. Seit 2021 ist Sebastian Kubelka als selbständiger Kameramann tätig.

Imogena Doderer
Geboren 1975 in Dornbirn, studierte sie Geschichte und Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Anschließend absolvierte sie in Wien eine Ausbildung für Film- und TV-Dokumentation. Sie arbeitet als Redakteurin in der Kulturabteilung des ORF-Fernsehens, ist zudem als Filmemacherin tätig und lebt in Wien.

